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Anarchotopia

 

(Soziales Experiment in Second Life, 2013/14)

 

 

 

Auf der Insel "Anarchotopia" wird Second Life Usern kostenlos virtulles Land zur Verfügung gestellt.

Alle können dieses Land gleichermaßen nutzen, jeder kann sowohl bauen, als auch die Objekte/Gebäude anderer löschen.

Jeder hat Zugang, kann aber auch andere von der Insel (temporär) verbannen.

Die Frage ist, ob es den Usern möglich ist, zu teilen - ob sich eine interessante Landschaft entwickeln oder ob die Insel eine Wüste sein wird.

 

 

Start: Die Form der Insel wird komplett zerstört. Ich muss Terraforming verbieten.

 

 

 

 

 

Häuser entstehen. Zuerst Villen, dann kleinere Häuser.

 

 

 

 

 

 

Streit um Platz: Gier ist offensichtlich und wird bestraft.

Die Leute löschen jedoch die Sachen der anderen, bevor sie mit ihnen reden.

Dies führt wiederum zu weiteren Löschungen.

Ich werde überhäuft mit Beschwerden.

 

 

 

 

 

 

Mix unterschiedlicher Stile, "Fertighäuser" überwiegen jedoch.

Die Häuser stehen allerdings immer leer und werden kaum genutzt.

Sie sind eher eine Art "Projektion von Wünschen".

 

 

 

 

 

 

Der Fokus liegt nicht auf der Nutzung der Häuser, sondern auf dem Verteidigen und Ausweiten von Territorien.

Die Streitereien werden stärker, oft wird die ganze Insel gelöscht.

 

 

 

 

 

 

Eine Gruppe bildet sich und sie ernennen eine zur Anführerin.

 

 

 

 

 

 

Eine Bürgerwehr wird gegründet.

Sie bitten um mehr Restriktionen. (Ich gebe nach und verbiete peu a peu diverse Funktionen.)

Sie bitten ebenfalls darum, dass die Anführerin mehr Rechte hat, als alle anderen.

Als ich das ablehne, werde ich beschimpft und es entstehen "Verschwörungstheorien" gegen mich.

 

 

 

 

 

 

Alle sind allen gegenüber misstrauisch, was zu mehr und mehr Gewalt führt.

Häuser zu haben, ist nicht mehr möglich, weil sie innerhalb kurzer Zeit gelöscht werden.

Ich werde überhäuft mit Beschwerden und Drohungen und bin kurz davor, das Projekt zu beenden.

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag sieht die Insel plötzlich komplett anders aus.

Anarchie-Flaggen werden gehisst, riesige Statuen werden aufgebaut, ein Mädchen-Avatar schießt mit einem Raketenwerfer Blumen überall hin.

Die Hausbesitzer sind sauer, aber werden von Hackern verdrängt.

 

 

 

 

 

 

Die Avatare der Hacker sind nicht menschlich, aber sie benutzen Voice-Chat, anstelle von Text-Chat.

Sie wirken dadurch wesentlich menschlicher, als die Hausbesitzer. Man hört Ironie in der Stimme, man hört Menschen lachen.

Die Hausbesitzer weigern sich, Voice zu benutzen, mit der Begründung, dass ihre Privatsphäre wichtig sei.

 

 

 

 

 

 

Die Hacker schaffen ein kollaboratives Kunstwerk. Alle Objekte hier werden von unterschiedlichen Leuten gebaut und ohne Absprache zusammengefügt.

Sie bitten um mehr Freiheiten (Ich hebe jegliche Restriktionen auf).

Sie stören sich nicht daran, dass hier alles temporär ist.

Wenn etwas gelöscht wurde, betrachten sie es als "Blank Canvas" - ein Neustart für Kunst.

 

 

 

 

 

 

Sie sind gegen "langweilige Häuser", löschen sie jedoch nicht.

Wenn jemand ein Haus baut, wird dieses Haus in Brand gesetzt, mit Haustieren bestückt, oder mit Kunst dekoriert.

 

 

 

 

 

 

Es gibt allerdings auch destruktive Hacker, die nicht bauen, sondern ausschließlich zerstören.

Sie betrachten es eher als Wettkampf, wer die Oberhand über die Insel hat.

 

 

 

 

 

 

Allerdings wollen auch sie nicht die gesamte Insel unbrauchbar machen,

weshalb man sich nach einiger Zeit auf weniger destruktive Waffen geeinigt hat.

 

 

 

Noch ein paar Gedanken:

 

Grundsätzlich kann man sagen, dass Probleme nur durch miteinander reden zu klären sind.

Gewalt führt immer zu mehr Gewalt.

Einen Gewinner kann es nicht geben, jedoch habe ich ein wenig das Gefühl, dass sich die virtuelle Anarchie in Richtung "Meritokratie" entwickelt.

Außerdem denke ich, dass das jeweilige System die Anpassung des Menschen daran erfordert.

Wenn jeder gleichberechtigt ist, ist die Aufgabe die, sich aneinander anzupassen.

"Survival of the fittest" bedeutet: "Wer passt sich am besten an?", nicht "Wer ist der Stärkere?"

 

...to be continued...